Nachrichten aus den Nagelkreuz-Zentren in Hamburg.

Ein Freund ist von Bord gegangen – zum Tod von Peter Voigt

Die Nagelkreuzgemeinschaft trauert um Peter Voigt. Am 23. Februar 2026 ist unser Gründungsmitglied und guter Freund nach längerer Krankheit im Kreise seiner Familie friedlich eingeschlafen. Mit ihm verlieren wir einen engagierten Versöhner und eine Persönlichkeit, die unsere Gemeinschaft über Jahrzehnte geprägt hat. Viele von uns verlieren mit ihm zudem einen verlässlichen Weggefährten und persönlichen Freund.

Peters Verbindung zur Versöhnungsarbeit begann früh. Der Grund dafür liegt in einem Jahr, das für viele längst Geschichte ist und für ihn doch gegenwärtig blieb: 1959 reiste er mit der Kantorei der Hauptkirche St. Katharinen in Hamburg zu einer Konzertfahrt nach Großbritannien. Als erster deutscher Chor sangen die Hamburger damals vor dem Versöhnungsaltar in den Ruinen der zerstörten Kathedrale von Coventry. Auf dieser Reise begegneten die jungen Sänger nicht nur Offenheit, sondern auch Misstrauen und unverhüllter Distanz. Zur Begrüßung fielen Sätze wie: „Jetzt kommt ihr mit Stimmen vom Himmel und nicht mit Bomben vom Himmel.“ Solche Sätze vergisst man nicht. Die unmittelbare Begegnung mit den Wunden des Krieges – und zugleich mit dem Geist von Coventry – hat Peter tief berührt und nachhaltig geprägt.

Als am 3. Februar 1961 das Nagelkreuz aus Coventry an die Hauptkirche St. Katharinen übergeben wurde, war das ein historischer Tag: ein Zeichen der Vergebung zwischen ehemaligen Feinden fand seinen Ort in einer Kirche, die selbst die Zerstörung des Krieges erfahren hatte. Später übernahm Peter die Versöhnungsarbeit in seiner Heimatgemeinde und führte die Ideen der Nagelkreuzgemeinschaft dort mit großem Engagement weiter.

Seit der Gründung der Nagelkreuzgemeinschaft in Deutschland e. V. im Jahr 1992 gehörte er ganz selbstverständlich dem Leitungskreis an und half, den Verein durch seine ersten, nicht immer einfachen Jahre zu führen. In seinen Aufzeichnungen erinnerte er sich später mit leiser Ironie an die mitunter hitzigen Debatten jener Zeit und an die wechselnden Kassenführer.

Von 2004 bis 2015 übernahm er selbst das Amt des Schatzmeisters. Als Kaufmann, hauptberuflich in der Ölbranche tätig, kannte er sich mit Zahlen, Ordnung und Übersicht aus. Bemerkenswerter war vielleicht etwas anderes: Er machte aus den naturgemäß trockenen Beratungen zum Jahresetat keinen unerquicklich langen Pflichtteil. Mit hanseatischer Lakonie und sicherem Gespür für den Ton wurden diese Beratungen auf den Mitgliederversammlungen zu einem eigenen Ereignis. Viele erinnern sich daran bis heute mit einem Lächeln.

Neben seiner Tätigkeit im Vorstand lag Peter die Arbeit in Osteuropa besonders am Herzen. Durch zahlreiche Reisen zu den Zentren unserer osteuropäischen Partner unterstützte er in seiner ruhigen, pragmatischen Art tatkräftig den Aufbau unseres Netzwerks. Er tat dies ohne Pathos, aber mit Beharrlichkeit – und gerade darin lag seine Wirkung.

Als im Jahr 2024 schließlich auch die übrigen Hamburger Hauptkirchen ein Nagelkreuz erhielten, war das für Peter mehr als ein äußerer Erfolg. Es war eine Bestätigung – und wohl auch die Erfüllung dessen, woran er selbst ein Leben lang mitgearbeitet hatte: zu erleben, wie die Versöhnungsidee in seiner geliebten Heimatstadt weiterwuchs und Gestalt gewann.

Lieber Peter, Du hast einmal geschrieben, dass die Nagelkreuzgemeinschaft seit Jahrzehnten im Sinne der Versöhnung nach gewaltfreien Wegen der Konfliktlösung sucht. Du selbst hast diese Haltung ein Leben lang verkörpert. Nun hast Du Deine letzte große Reise angetreten. Wir blicken in tiefer Verbundenheit und großer Dankbarkeit auf die gemeinsame Zeit zurück. Wir wissen nicht, wie Du diesen Nachruf kommentiert hättest. In einem aber sind wir sicher: knapp, trocken, freundlich – und ohne jedes überflüssige Wort. Bestimmt hättest Du uns, trotz unserer Trauer, zum Schmunzeln gebracht. Wir werden Dein Andenken in Ehren halten. Tschüs, Peter!

Vorstand und Leitungskreis der Nagelkreuzgemeinschaft in Deutschland e. V.

König Charles III. legt Kranz am Mahnmal St. Nikolai nieder

Bürgermeister Peter Tschentscher (links) und König Charles III. (rechts) während der Gedenkveranstaltung am Mahnmal St. Nikolai. Im Hintergrund Eva-Maria Tschentscher (links) und Königin-Gemahlin Camilla (mitte). Foto der Senatskanzlei Hamburg

König Charles III. und seine Frau Königin-Gemahlin Camilla haben am 31. März 2023 auf Ihrer Deutschlandreise auch das Mahnmal St. Nikolai in Hamburg besucht und einen Kranz zum Gedenken an die Opfer der alliierten Luftangriffe auf Hamburg vor achtzig Jahren niedergelegt.

Begleitet wurde das Königspaar von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und seiner Frau Elke Büdenbender sowie dem Ersten Bürgermeister Peter Tschentscher und seiner Frau Eva-Maria Tschentscher.
Die Gäste erhielten einen würdigen Empfang durch die Geschäftsführung des Förderkreises Mahnmal St. Nikolai e. V., Dr. Nele Fahnenbruck, sowie durch den Ersten Vorsitzenden des Vorstands, Dr. Martin Vetter. Nachdem der Hamburger Knabenchor gesungen hatte und die „Versöhnungslitanei von Coventry“ durch Bischöfin Kirsten Fehrs verlesen wurde, legten die Gäste Kränze und Blumen auf dem Platz des Mahnmals nieder. Anschließend begrüßten die Gäste auch die versammelten Vorstandsmitglieder und Mitarbeitenden des Mahnmals St. Nikolai und lauschten zum krönenden Abschluss Werner Lamm am Carillon.
Der Besuch des britischen Königs, des Bundespräsidenten und des Ersten Bürgermeisters anlässlich des Gedenkens an die Opfer der vor knapp achtzig Jahren als „Operation Gomorrha“ bekannten Bombardierungen Hamburgs ist eine ehrenvolle Würdigung – für das Mahnmal, aber auch für die Gedenk- und Erinnerungsarbeit, die von den vielen haupt- und ehrenamtlichen Menschen um das Mahnmal St. Nikolai in Hamburg geleistet wird.

Andacht zur Erinnerung an den Ausbruch des Ersten Weltkrieges

In 18 Städten in Deutschland und parallel in Coventry wird am Freitag, 1. August zu einer Andacht eingeladen, die die Nagelkreuzgemeinschaft in Deutschland e.V. vorbereitet hat, um eine Stimme der Versöhnung angesichts 100 Jahre Erster Weltkrieg hörbar werden zu lassen:

Berlin: St. Marien, Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche, Kirche zu den 4 Evangelisten, Martin-Luther-Gedächtniskirche und Französische Friedrichstadtkirche, Dresden: Frauenkirche und Kreuzkirche, Erfurt: Augustinerkloster, Günzburg: Hofkirche, Halle/Saale: Hospiz St. Elisabeth-Krankenhaus, Hamburg: St. Katharinen, Heilbronn: Kilianskirche, Heiligengrabe: Klosterstift, Lemgo: St. Nicolai, Löhne: Kirchengemeinde Mahnen, Meinerzhagen: Haus Nordhelle, Meschede: Gemeinsames Kirchenzentrum, Neuruppin: Klosterkirche, Pforzheim: Stadtkirche und Kirchgemeinde Pforzheim-Huchenfeld gemeinsam, Weimar: Herderkirche, Wunstorf, Wuppertal – Gemarke, Würzburg: Ökumenische Nagelkreuzinitiative

34. Deutscher Evangelischer Kirchentag in Hamburg

01.-05.05.2013

“Die Nagelkreuzgemeinschaft war wohl noch nie so deutlich auf einem Kirchentag vertreten wie dieses Mal in Hamburg”, stellt Vorsitzender Oliver Schuegraf fest:

Britta Däumer hat mit ihrem Team auf dem Markt der Möglichkeiten viele gute Gespräche geführt und 800 Nagelkreuze gebastelt. Auch Pastor Frank Engelbrecht ist glücklich mit dem Kirchentagsbeginn in St. Katharinen mit einer Versöhnungsstunde mit Blues, Jazz und Gebet, bei der auch die Band aus der Kaliningrader Nagelkreuzarbeit mitwirkte. Roland Ganninger aus Pforzheim ist mit der Präsentation des Riesenpuzzle auf der Bühne am Fischmarkt sehr zufrieden, die Löwensteiner und Sachsenheimer haben sich sehr beim Feierabendmahl mit 110 Gottesdienstbesuchern eingebracht, und in fünf Tageszeitgebeten an verschiedenen Orten wurde die Versöhnungslitanei von Coventry mit insgesamt rund 500 Menschen gebetet.

Noch nie so deutlich auf einem Kirchentag vertreten.

Der Gottesdienst mit Abendmahl nach der Meissen-Liturgie in der St.-Thomas-Beckett-Kirche wurde von der Nagelkreuzgemeinschaft mit verantwortet. Dieser Gottesdienst mit Bischof Dr. Friedrich Weber und Bischof Nick Baines (der Prediger im Schlussgottesdienst) war sehr gut besucht, das Erleben der ökumenischen Gemeinschaft mit dem Gebet der Versöhnungslitanei von Coventry war sehr bewegend.

Kerry Beaumont, der Musikdirektor der Kathedrale von Coventry, wirkte mit den Boys Choristers auch an zwei Aufführungen des War Requiem von Benjamin Britten unter Leitung von Thomas Dahl (St. Petri) und Andreas Fischer (St. Katharinen) mit.